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Ausstellung: Charakterköpfe

läuft bis zum So, 07.06.2020
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Die Charakterköpfe von Katharina Gerold (Berlin) wachsen scheinbar aus der Wand, ragen hinein in den Raum. Scharf modelliert, harte Schatten werfend, farbig gefasst und in Ton gebrannt. Die Köpfe sind scherenschnittartig radikal auf zwei Profilhälften reduziert, die in ihrer so sichtbar gemachten Asymmetrie die Zwiespältigkeit und Brüche menschlicher Existenz spiegeln. Ihre starke räumliche Präsenz fordert geradezu einen Dialog mit dem Betrachter heraus. Die Köpfe lassen sich befragen nach ihrer Identität – und fragen im Gegenzug den Betrachter nach seiner.

Einen solchen Dialog evozieren die Porträts von Nanja Heid (Bremen) ebenso. Ihre Charakterköpfe in den meist kleinformatigen Bildern fixieren ihr Gegenüber. „Von der Brüchigkeit des Seins“ (Raimar Stange) künden nicht nur unmittelbar die porträtierten Gesichter, sondern ebenso Materialität und Gestaltungstechnik der Arbeiten. Die Bildhintergründe sind wie Collagen zusammengestellt aus farbigen Stoffausrissen und Papier. Die wie gezeichnet aussehenden expressiven Gesichter werden mit Faden und Nähmaschine in diesen Bildhintergrund hineingenäht, entstehen also durch das Durchstoßen, das „Verletzen“ des Zeichengrundes. Nicht vernähte Endfäden unterstreichen durch die Zufälligkeit ihres Verlaufs in der Näh-Zeichnung die Anmutung von brüchiger Unsicherheit und existenzieller Verletzlichkeit des Menschen.

Rubrik
Ateliers und Galerien
Ausstellungen, auch gewerblich

Veranstaltungsort
Galerie am Stall
Veranstalter
Galerie am Stall
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