Unterrichtsausfall aufgrund extremer Witterung - Häufige Fragen

Bei extremer Witterung, die einem sicheren Schulweg und der sicheren Durchführung der Schülerbeförderung entgegensteht, entscheidet der Landkreis Oldenburg über den Unterrichtsausfall an den Schulen im Kreisgebiet.
Im Falle einer solchen Entscheidung erreichen uns verständlicher Weise viele Fragen und auch Kritik, auf die wir an dieser Stelle eingehen möchten.

Wer entscheidet über einen Unterrichtsausfall?

Aufgrund eines Erlasses des Niedersächsischen Kultusministeriums (Link s. u.) entscheidet der Landkreis für alle Schulen im Kreisgebiet als Träger der Schülerbeförderung.

Nach Unterrichtsbeginn entscheidet die Schulleitung über eine vorzeitige Beendigung des Unterrichts, z.B. wegen angekündigten Eisregens oder Orkans.

Wie entscheidet die Kreisverwaltung?

Die Straßenmeistereien und die Polizeidienststellen melden morgens bis 04.45 Uhr der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle des Landkreises problematische Straßenverhältnisse. Zuweilen liegen auch Berichte von Gemeinden oder Busunternehmen vor. Wetterprognosen und Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes finden ebenfalls Berücksichtigung. Bis 05.15 Uhr ist über einen Unterrichtsausfall zu entscheiden. Laut Erlass setzt der Unterrichtsausfall extreme Witterungsverhältnisse voraus, bei denen Schülerinnen und Schüler die Schule nicht erreichen oder verlassen können, weil die Schülerbeförderung nicht mehr durchführbar ist oder weil die Zurücklegung des Schulweges eine unzumutbare Gefährdung darstellen würde. Mögliche Gründe sind z.B. extreme Straßenglätte (Eisregen), blockierte Straßen durch Schneeverwehungen sowie die Gefahr umher fliegender Gegenstände oder umstürzender Bäume bei Sturm. Straßenglätte, wie sie im Winter immer wieder vorkommt und die ein Befahren mit angepasster Geschwindigkeit nicht ausschließt, begründet hingegen keinen Unterrichtsausfall.

Wie wird die Öffentlichkeit informiert?

Nach der Entscheidung erfolgt eine unverzügliche Meldung an die Polizeidirektion Oldenburg, die die Rundfunksender informiert. Ab 06.00 Uhr wird der Unterrichtsausfall im Rahmen der Verkehrsmeldungen bekannt gegeben. Zeitgleich finden Sie die Meldung auch im Internet unter www.oldenburg-kreis.de und http://www.vmz-niedersachsen.de/aktuell/schulausfall.php, sowie unter der Servicenummer des Landkreises Oldenburg 0800-2779300.

Eine Information per SMS, wie bei manchen anderen Kommunen, würde je Tag mit Unterrichtsausfall zu Kosten von mehreren Tausend Euro führen. Deshalb beschränken wir uns auf die Bekanntgabe über den Rundfunk, das Internet und unserer Servicenummer.

Warum gibt der Landkreis Oldenburg den Unterrichtsausfall nicht schon am Vorabend bekannt?

Uns ist bewusst, dass eine Entscheidung am Vorabend vor allem für berufstätige Eltern von Vorteil wäre. Im Regelfall werden dennoch die aktuellen Mitteilungen der Polizei und Straßenmeistereien am frühen Morgen abgewartet. Denn es geht nicht nur um die Wettervorhersagen, sondern um die tatsächlichen Straßenverhältnisse und darum, ob der Winterdienst die Hauptverkehrsstraßen bis zum Beginn der Schülerbeförderung räumen und abstreuen kann.
Bei entsprechender Wetterlage empfehlen wir, bereits am Vorabend zu klären, wer Ihre Kinder im Falle eines Unterrichtsausfalls betreuen könnte oder - falls die Schule nicht ausfällt und Ihnen das Radfahren zu gefährlich erscheint - wer die Kinder bei Glätte auf dem Schulweg im Auto mitnehmen könnte. Dann sind Sie für alle Eventualitäten vorbereitet.

Nur wenn bereits am Vorabend eine hinreichende sichere Prognose möglich ist, dass die Schülerbeförderung und der Schulweg am Folgetag zu gefährlich sind, z.B. wenn der Straßendienst Schneeverwehungen oder Eisglätte unmöglich bis zum nächsten Morgen bewältigen kann, gibt die Kreisverwaltung bereits am Abend den Unterrichtsausfall bekannt.

In meiner Gemeinde sind die Straßen frei. Warum gilt hier auch Unterrichtsausfall?

Über den Rundfunk kann nur eine Entscheidung für das gesamte Kreisgebiet bekannt gegeben werden. Die Kreisverwaltung muss daher abwägen, ob die Witterungs- und Straßenverhältnisse in einem Teil des Kreisgebiets einen kreisweiten Unterrichtsausfall begründen. Selbst wenn die Hauptstraßen frei sind, sind bei der Entscheidungsfindung auch der Zustand der Nebenstraßen und der sichere Weg zu Fuß oder per Fahrrad bis zur Schule oder Bushaltestelle zu berücksichtigen. Im Zweifel entscheiden wir uns für die Sicherheit der Schüler.

In meiner Gemeinde herrscht extreme Straßenglätte. Warum verfügt der Landkreis keinen Unterrichtsausfall?

Wenn nur in einem kleinen Teil des Landkreises extreme Witterungsverhältnisse herrschen, ist ein kreisweiter Unterrichtsausfall nicht zu rechtfertigen. Die Eltern haben aber stets das Recht zu entscheiden, dass ihr Kind wegen unzumutbarer Gefährdung auf dem Schulweg zu Hause bleibt. Auch wenn der Schul- oder Linienbus nach mehr als 20 Minuten noch nicht an der Haltestelle eingetroffen ist, können die Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause gehen und sind für diesen Schultag entschuldigt.

Wir appellieren aber auch an die Verantwortung der Eltern, ihre Kinder nicht bei Straßenglätte mit dem Fahrrad fahren zu lassen. Vielleicht ist der Weg zu Fuß sicherer, vielleicht ist es möglich, die Kinder mit dem Auto zur Bushaltestelle oder zur Schule zu bringen. Wer kein Auto zur Verfügung hat, kennt bestimmt Nachbarn und Freunde, die die Kinder mitnehmen können.

Muss der Landkreis bei Vorliegen einer Unwetterwarnung nicht stets die Schule ausfallen lassen?

Das kommt darauf an... Zum einen sind Unwetterwarnungen verschiedener Wetterdienste nicht immer identisch. Zum anderen werten wir auch detaillierte Wettervorhersagen aus, aus denen sich zeitlich und räumlich ein differenzierteres Bild ergibt. Wenn beispielsweise das angekündigte "Unwetter" erst am Nachmittag das Kreisgebiet erreicht oder nur einen kleinen Teil des Kreisgebiets betrifft, kann die Kreisverwaltung auf einen ganztätigen Unterrichtsausfall verzichten. Auch in diesem Fall gilt: Die Eltern haben das Recht zu entscheiden, dass ihr Kind wegen unzumutbarer Gefährdung auf dem Schulweg zu Hause bleibt. Und nach Unterrichtsbeginn entscheiden die Schulen über ein vorzeitiges Unterrichtsende.

Im Radio heißt es "Unterrichtsausfall an allen Schulen im Landkreis Oldenburg". Warum fahren die Busse dennoch?

Die Schülerbeförderung findet überwiegend im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) statt. Der Unterrichtsausfall entbindet den Linienverkehr nicht von der "Bedienungspflicht". Selbstverständlich sind aber Verspätungen und einzelne Ausfälle nicht auszuschließen. Bitte informieren Sie sich hierüber bei den Verkehrsunternehmen.

Warum wird nicht lediglich die Schülerbeförderung abgesagt oder der Unterrichtsausfall auf die Grundschüler begrenzt?

Eine Absage nur der Schülerbeförderung ist nach dem Erlass des Kultusministeriums nicht zugelassen. Eine Beschränkung des Unterrichtsausfalls auf einzelne Schulstufen wäre zwar im Einzelfall möglich. In den meisten Situationen wie bei extremer Straßenglätte oder Orkan kommt dies jedoch nicht in Betracht. Die Erfahrung lehrt zudem, dass nur die Rundfunkmeldung über den Unterrichtsausfall an allen Schulen Missverständnisse vermeidet.

Wir sind berufstätig. Wo können wir unsere Kinder bei Unterrichtsausfall betreuen lassen?

Zunächst empfehlen wir, bei den Eltern von Mitschülern oder bei Nachbarn nachzufragen, ob Ihre Kinder dort in der Familie bleiben können. Im Übrigen ist jede Schule auch bei Unterrichtsausfall geöffnet, die Lehrkräfte sind "im Dienst". Es findet kein regulärer Unterricht statt, aber die Schule hat die Betreuung der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen.

Was gilt für Schülerinnen und Schüler, die die Rundfunkmeldung nicht gehört haben und in die Schule kommen?

Die Schule stellt auch bei Unterrichtsausfall die Betreuung sicher. Schüler des Primarbereichs (Grundschüler) dürfen nicht vorzeitig nach Hause geschickt werden, sie können aber von den Eltern abgeholt werden. Ältere Kinder können den Rückweg ggf. allein bewältigen.

Die Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) liegt im Gebiet der Stadt Oldenburg. Welche Meldung ist für die GAG maßgebend?

Die GAG ist ein Gymnasium mit Oberstufe in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg für Schülerinnen und Schüler aus dem Kreisgebiet, befindet sich aber auf dem Gebiet der Stadt Oldenburg. Insofern ist eine Meldung über den Unterrichtsausfall für den Landkreis Oldenburg für die GAG maßgebend. Bei Durchsagen bzw. Meldungen für den Landkreis achten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung auf diese Besonderheit, in dem darin die GAG gesondert benannt wird. Auch die Stadt Oldenburg kennt diese Besonderheit. Auf die Art und Weise der Meldung durch die Stadtverwaltung Oldenburg hat der Landkreis jedoch keinen Einfluss.

Ein Wort zum Schluss:

Wie auch immer die Kreisverwaltung entscheidet, stets bekommen wir Rückmeldungen, z.B.

Bitte bedenken Sie, dass unsere Entscheidung sich im Nachhinein als richtig oder falsch erweisen und es nicht jedem recht machen kann. Dass Nachbarkreise zu unterschiedlichen Gefährdungsbeurteilungen und Entscheidungen kommen, lässt sich nicht ausschließen.
Wie unsere Entscheidung zustande kommt, haben Sie oben gelesen. Stets ist unsere Entscheidung in kürzester Zeit aufgrund der eingegangenen, vielleicht unvollständigen, externen Informationen zu treffen.

Aber eines versichern wir Ihnen: Wir nehmen unsere Aufgabe mit größter Sorgfalt bei Tag und - vor allem - bei Nacht wahr.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!