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Bekämpfung der BHV1

Foto Kühe
Neu: Kennzeichnung der BHV1-Reagenten mit einer roten Ohrmarke

BHV1-Freiheit und BHV1-Sanierung in Rinderbeständen
 
Schon wieder eine neue "Buchstabenseuche"?

Das BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1) ist nicht neu. Es handelt sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die für den Menschen ungefährlich ist.
Das Virus führt beim Rinde bevorzugt zu Erkrankungen des Lungen- und Genitalbereichs, die als "IBR" / "IPV" (Infektiöse Bovine Rhinotracheitis / Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis) einen höheren Bekanntheitsgrad haben.

Warum sollte man etwas tun? - Wer zu spät kommt, den bestraft...

Durch die Erkrankung entstehen wirtschaftliche Verluste, die aber in keinem Verhältnis zu den Verlusten stehen, die künftig durch diese zunehmend im Tierverkehr an Bedeutung gewinnende Virusinfektion eintreten werden. EU-Mitgliedstaaten wie Dänemark, Österreich, Finnland und Schweden sind bereits von der EU-Kommission als BHV1-frei anerkannt worden. Darüber hinaus haben in Niedersachsen Landkreise mit günstiger BHV1-Seuchenlage Schutzgebietsverordnungen erlassen, die die Haltung und das Verbringen von Rindern ohne BHV1-Freiheitsstatus beschränken.

Was bringt die neue BHV1-Verordnung?

Die Vorschriften des Bundes zur BHV1-Bekämpfung (BHV1-Verordnung vom 20.12.2005 BGBl. I S. 3520) schreiben eine jährliche Untersuchung der über neun Monate alten Zucht- und Nutzrinder zwingend vor und lassen den uneingeschränkten Verkehr mit Rindern nur mit einer amtlichen Bescheinigung über die BHV1-Freiheit des Einzeltiers zu (Attestplicht). Es kann zusätzlich ein Weideverbot für Rinder mit unbekanntem Status angeordnet werden. Das heißt, der freie Verkehr mit Rindern aus Betrieben mit unbekanntem BHV1-Status ist nicht mehr möglich, und die Existenz dieser Betriebe ist massiv gefährdet.
Bei Ausbruch der Erkrankung unterliegt das Gehöft einer Sperre, bei Verdacht kann eine solche Sperre ebenfalls angeordnet werden.

Was sollten Sie tun?

In Niedersachsen gibt es eine Richtlinie zum Schutz vor BHV1-Infektionen mit einem BHV1-Bekämpfungsverfahren, dem bereits viele zukunftsorientierte Betriebe beigetreten sind.
Treten auch Sie diesem Verfahren bei!

  • Basisuntersuchung und Anerkennung als BHV1-freier Rinderbestand
    Die Anerkennung eines Bestandes als BHV1-freier Bestand erfolgt durch eine Basisuntersuchung. Dabei gibt es 3 Untersuchungsmöglichkeiten:
    1. Untersuchung von 3 Tankmilchproben im Abstand von jeweils mindestens 3 Monaten und eine Blutuntersuchung aller über 9 Monate alten weiblichen nichtmilchgebenden Rinder sowie aller Zuchtbullen und der zur Zucht vorgesehenen männlichen Rinder mit negativem Ergebnis (in Beständen mit mehr als 30 % Milchkühen) oder
    2. zweimalige Blutuntersuchung aller über 9 Monate alten weiblichen Rinder sowie aller Zuchtbullen und der zur Zucht vorgesehenen männlichen Rinder im Abstand von 5 bis 7 Monaten mit negativem Ergebnis oder
    3. zweimalige Untersuchung von Einzelmilchproben aller laktierender Kühe im Abstand von fünf bis sieben Monaten und eine Blutuntersuchung aller über 9 Monate alten weiblichen Rinder sowie aller Zuchtbullen und der zur Zucht vorgesehenen männlichen Rinder mit negativem Ergebnis.
  • Kontrolluntersuchungen / Aufrechterhaltung des Status BHV1-frei
     Der Status als BHV1-freier Bestand lässt sich wie folgt aufrechterhalten:
    1. Untersuchung von 3 Tankmilchproben innerhalb eines Jahres (in Beständen mit mehr als 30 % Milchkühen) oder
    2. eine jährliche Kontrolle durch die Einzeltieruntersuchung (Blut- oder Milchproben) aller über 24 Monate alten Rinder des Bestandes.
  • Bedingung zur Aufrechterhaltung des Status BHV1-frei ist außerdem, dass ein Zukauf von Rindern nur mit amtlicher Bescheinigung über die BHV1-Freiheit des Tieres erfolgt.
  • Sanierung eines infizierten Rinderbestandes
    Die Sanierung eines Bestandes, in dem bei der Basisuntersuchung Reagenten festgestellt worden sind, erfolgt in Abhängigkeit von dem Grad der Durchseuchung des Bestandes:
    1. bei wenigen Reagenten  durch Entfernung der Reagenten
    2. bei mehreren Reagenten  durch Impfung der Reagenten
    3. bei vielen Reagenten  durch Impfung des Gesamtbestandes oder der Kuhherde
  • Ist die Impfung regelmäßig erfolgt (Grundimmunisierung 2 x im Abstand von vier Wochen, dann alle fünf bis sieben Monate) und hat frühestens 40 Tage nach der 3. Impfung eine Untersuchung der über 9 Monate alten Nichtreagenten stattgefunden, kann der Bestand als "kontrollierter Impfbestand" anerkannt werden. Aus einem kontrolliertem Impfbestand können nach vorheriger Untersuchung der entsprechenden Tiere "BHV1-freie Rinder" z. B. auf Auktionen verkauft werden.

Mastbetriebe

Besitzer von Tieren in reinen Mastbetrieben oder räumlich getrennten Mastbetriebsabteilungen könnnen schriftlich beim zuständigen Veterinäramt eine Ausnahme von der Untersuchungspflicht beantragen. Die Tiere müssen dann geimpft werden.

Kosten

Die Niedersächsische Tierseuchenkasse fördert das Verfahren durch die Übernahme der Kosten. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Tierhalter schriftlich verpflichtet, dem Verfahren beizutreten und die Richtlinie einzuhalten.

Weitere Informationen

Weitere Auskünfte zu Untersuchungen und Sanierung geben Ihnen gerne die BHV1-Koordinierungsstelle beim Staatlichen Tierseuchenbekämpfungsdienst Niedersachsen (Tel.: 0511-70156-39), das Veterinäramt oder die Niedersächsische Tierseuchenkasse.


Kennzeichnung der BHV 1-Reagenten mit einer roten Ohrmarke

Warum?

  • sofortiges Erkennen aller BHV 1-positiven Rinder im Bestand
  • zur Erleichterung der BHV 1-Sanierung
    • Bei Reagenten müssen keine Blutproben mehr genommen werden. Einmalpositiv, immer positiv!
    • Reagenten müssen regelmäßig entsprechend der Impfstoffherstellerangaben(i. d. R. alle 6 Monate) geimpft werden, um die Infektionsgefahr so gering wiemöglich zu halten.
  • gezielter Umgang mit Reagenten
    • bei Erkrankungen
    • bei Neuzusammenstellung von Gruppen
  • Schutz BHV 1-freier Bestände

Durch Wen?

Der Tierhalterin / den Tierhalter.

Kosten?

Für den Tierhalter/in: keine.

Die Niedersächsische Tierseuchenkasse übernimmt die Kosten der roten Ohrmarke. Das Einziehen der Ohrmarken ist mit der z. Zt. genutzten Ohrmarkenzange für die Kälberkennzeichnung möglich

Was passiert, wenn die Kennzeichnung durch den Tierhalter nicht erfolgt?

  • durch das Veterinäramt:
    • Geldbuße über ein Ordnungswidrigkeitsverfahren
  • durch die Tierseuchenkasse:
    • keine Übernahme weiterer BHV 1-Sanierungskosten
    • Möglichkeit der Rückforderung für bereitsübernommene Sanierungskosten

Rechtsgrundlage

Niedersächsische Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem BovinenHerpersvirus Typ 1 (Nds. BHV 1-VO) vom 11.03.2005 (GVBl. S. 84), zuletzt geändert imNovember 2006.

Weitere Informationen

erhalten Sie bei

  • Ihrem zuständigen Veterinäramt oder
  • der Niedersächsischen Tierseuchenkasse (0511 / 70156-39)